Mit Gesundheitsstationen und Mobiler Klinik
gegen Malaria und andere Krankheiten.

Zwei Euro gegen Malaria

Wer in einem afrikanischen Dorf krank wird, wendet sich meist zuerst an den Heiler des Ortes. Der stellt eine Diagnose und bemüht sich, die Krankheit – gegen Bezahlung – mit Heilpflanzen zu kurieren. Die helfen bei manchem Leiden, gegen Erkrankungen wie Malaria aber haben sie keine Chance. Dann sind die Angehörigen des Patienten froh, wenn sich in der Nähe eine Gesundheitsstation der Evangelisch-Presbyterianischen Kirche von Ghana befindet. Dort gibt es günstige Medikamente und mehr: erste Hilfe, gute Ratschläge, Behandlungsanweisungen.

Dzemeni liegt etwa 17 Kilometer von der Straße von Hohoe nach Peki, dicht am Volta-See. Es ist ein sehr lebendiger Ort mit einem der größten Märkte des Seeufers. Für die medizinische Versorgung der Bevölkerung wurde lange eine Hütte am Markt genutzt. Inzwischen ist das Gesundheitsteam in ein anderes Gebäude umgezogen: In den 90-er Jahren hatte die Kirche ein Gelände gekauft, auf dem mit Unterstützung amerikanischer Gemeinden eine „Clinic“, eine kleine Gesundheitsstation ohne Arzt, errichtet wurde. Die Kirche sorgte auch dafür, dass ausgebildete Krankenschwestern in Dzemeni ihre Arbeit aufnahmen.

Als Einrichtung der Kirche ist die Gesundheitsstation bemüht, möglichst allen zu helfen, die eine medizinische Versorgung brauchen. „Die Hilfe bei Geburten ist bei uns kostenlos“, freut sich die Hebamme. „Für die sonstigen Konsultationen müssen wir allerdings – je nach Schwere der Krankheit – unterschiedliche Gebühren erheben.“ Für die Behandlung von Malaria seien das zum Beispiel 25 000 bis 30 000 Cedis (2,00 bis 2,50 Euro). Zum Vergleich: Ein Lehrer verdient in Ghana monatlich 150 000 Cedis. „Nicht alle Patienten können das Geld für Medikamente aufbringen“, sagt die Hebamme. „Um trotzdem helfen zu können, wäre es wunderbar, wenn wir einen Fonds hätten, aus dem wir in solchen Fällen wenigstens die Medikamente bezahlen könnten.“

Medikamente notfalls kostenlos

Trägerin der Gesundheitsstation ist die Evangelisch-Presbyterianische Kirche. Sie kauft Medikamente in großen Mengen ein, um sie dann günstig an die Gesundheitsstationen abgeben zu können. Die Medikamente sind so preiswerter als auf dem öffentlichen Markt. Außerdem ermöglicht der Gewinn aus ihrem Verkauf, beispielsweise das Gehalt der Krankenschwester zu bezahlen. Manche Patienten haben aber ihr Geld bereits für den Heiler ausgegeben, wenn sie bei der Station ankommen. Sie können dann die Medikamente dort nicht mehr bezahlen. Um niemanden ohne die oft lebensrettenden Mittel fortschicken zu müssen, verteilt die Krankenschwester sie in diesen Fällen kostenlos.

Im Umkreis von Ho arbeitet die „Mobile Clinic“ der Evangelisch-Presbyterianischen Kirche. Sie betreut 13 Dörfer und hat dabei speziell die Kinder im Blick. Einmal im Monat kommt der Kleinbus in jedem Dorf vorbei, um die Kinder zu wiegen und zu impfen und den Müttern Ernährungsratschläge zu geben. Gewogen wird mit einer an einen Baum gehängten Waage.  Die Kinder werden dabei in ein eigens dafür genähtes Höschen gesetzt. Geimpft wird gegen Tuberkulose und Kinderlähmung. Die Mütter haben Hefte für die Vorsorgeuntersuchungen dabei. Das Gewicht und die Impfungen werden darin eingetragen. Malariakranke Kinder erhalten Medikamente.

Es werden aber auch alle anderen Kranken behandelt – am häufigsten treten Malaria, Durchfall, Schlangenbisse und Verletzungen bei der Feldarbeit auf. Auch hier werden Medikamente gegen geringe Bezahlung verteilt. Wer schwer erkrankt ist, wird ins Krankenhaus nach Ho gebracht. Ist die Mobile Klinik gerade im Dorf gewesen, wird es für Schwerkranke schwierig: Sie müssen irgendwie nach Ho transportiert werden. Viele sterben auf solchen Transporten. Die Mobile Klinik verteilt auch alte Kleider, informiert die Frauen über Familienplanung und klärt über HIV/Aids auf.

Die Finanzierung der kirchlichen Gesundheitsstationen und ebenso der Mobilen Klinik ist ein ständiger finanzieller Balanceakt. Unterstützung aus Deutschland wird dringend benötigt. Die Norddeutsche Mission sammelt für beide Einrichtungen und erinnert daran: 2,00 bis 2,50 Euro kostet eine Malaria-Behandlung!