Handelshaus Vietor: Beteiligung am Auftrag der Mission
International agierendes Kaufmannstum, pietistische Frömmigkeit, diakonische Verantwortung und missionarisches Engagement gingen im 19. Jahrhundert in Bremen eine enge Verbindung ein. Für die Norddeutsche Mission wird dies in der Beteiligung der Familie Vietor am Aufbau der Missionsarbeit in Bremen und in Westafrika besonders augenfällig.
Der Pastor Cornelius Rudolph Vietor sowie die Kaufleute Johann Karl und Friedrich Martin Vietor hatten wichtige Stimmen im Vorstand. Als Handelshaus mit eigenen Schiffen offerierten sie günstige Passagen, als Faktoreibesitzer und Firmengründer in Afrika waren ihre Handelsgeschäfte und die Aufgabe der Mission auf weiten Strecken dicht miteinander verwoben. Diese Verbindung wurde von manchen als „Mission als Handel“ mit großer Selbstverständlichkeit gefördert, von anderen aber auch kritisch begleitet oder abgelehnt. Während die Bildungsarbeit der Mission als Wegbereitung für fähige Arbeitskräfte und zahlungsfähige Kunden geschätzt wurde, wurde auf der anderen Seite der ausschließlich an Profit orientierte Handel als unmoralisch abgelehnt.
Gemeinsam war der Mission und dem Bremer Handelshaus der Versuch, „unmoralischen Handel“ zu verurteilen: denn Branntwein verdirbt die Sitten und die Arbeitsfähigkeit, Großgrundbesitz für Plantagen kapitalkräftiger Investoren zerstört die kleinbäuerliche Existenz und beraubt die Dorfgemeischaften ihres gemeinschaftlich organisierten Besitzes an Grund und Boden.
Lesen Sie hier Zusammenfassungen aus dem Buch von
Martin Pabst "Mission und Kolonialpolitik"

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