„EIN GROSSER STUHL MACHT NOCH KEINEN KÖNIG“

Kirche und Mission für Demokratie und Menschenrechte

Die politischen Probleme in Togo haben über lange Jahre das Leben der Kirche und das Engagement der Norddeutschen Mission mit geprägt.

Togos Geschichte hat am 13. Januar 1963 eine traurige Berühmtheit erlangt. Die noch junge Demokratie eines unabhängigen afrikanischen Staates wurde durch die Ermordung des Staatspräsidenten Sylvanus Olympio beiseite gefegt. 1967 putschte der Sergeant Etienne Gnassingbé Eyadema ein zweites Mal und behielt die Macht – gestützt auf ein Ein-Parteien-System sowie eine starke Armee und den überall präsenten Geheimdienst – selbst während des schwierigen Wegs zur Demokratie nach 1998 bis zu seinem Tod 2005 über 38 Jahre. Unter seinem Sohn Faure Gnassingbé herrscht in der Bevölkerung eine schwierige Stimmungslage zwischen tiefer Skepsis, vorsichtiger Hoffnung und bleibender Resignation. Die Evangelische Kirche in Togo schwankte lange Zeit zwischen Anpassung unter dem hohen politischen Druck und Widerstand, also dem offenen Eintreten für die Beachtung der Menschenrechte und Stärkung der Demokratiebewegung.

In einem Schuldbekenntnis hat sie auf der unabhängigen Nationalkonferenz 1990 eindeutig für die Menschenrechte und für Demokratie Stellung bezogen.

Die Norddeutsche Mission hat gemeinsam mit internationalen kirchlichen, missionarischen und Entwicklungs-Organisationen ein Netzwerk aufgebaut, um die Kirchen auf dem Weg zur Demokratie zu unterstützen und zu stärken. Viele gemeinsame Aktivitäten wurden entfaltet: Ökumenische Besuchsreisen vor den Wahlen, Gespräche mit Vertretern der politischen Parteien, Regierungsstellen und Diplomaten, gemeinsame Hirtenworte, viel beachtete feierliche Gottesdienste, Klausurtagungen, internationale wie lokale Wahlbeobachtung. Diese aktive Teilhabe am politischen Geschehen hat die Glaubwürdigkeit der Kirchen wie der Mission in Togo erkennbar geprägt.