Verlorene Tradition und neue Wege
Die Missionare haben früher zu Unrecht alles Afrikanische als heidnisch betrachtet, das aus dem Weg zu räumen sei.“, klagte Seth Nomenyo, Synodalsekretär der Ev. Kirche in Togo (1925 – 2004). Nomenyo bemühte sich intensiv um die Begegnung des Evangeliums mit den einheimischen Religionen in Togo.
Trotz seiner Kritik an den Missionaren ist noch heute die frühe Veröffentlichung des Missionars Jakob Spieth (1856 – 1914) über die Ewe-Stämme eine Hauptquelle für die Religion der Ewe. Diese Quelle ist jedoch unzureichend, weil sich Spieth zu einem Zeitpunkt über den Glauben informierte, als die Menschen dem Missionar aus der Fremde kaum Auskünfte über ihren Gott erteilten. Dieses Problem besteht bis heute. Denn nach afrikanischer Tradition besteht die Befürchtung, von Schicksalsschlägen getroffen zu werden, wenn man Außenstehenden überliefertes Brauchtum enthüllt und damit der Tradition der Ahnen untreu wird.
Die Aufgabe der Kirchen heute ist deshalb, die Nichtchristen und ihre eigene religiöse Welt ernst zu nehmen, ihnen von der Liebe Gottes zu berichten und diese im praktischen Alltag direkt zu zeigen.
In diesem Sinne entwickelt die Kirche in Togo eigene christliche Liturgien für traditionell afrikanische Riten, sogenannte Passageriten (auch Übergangsriten), wie z.B. die erste Vorstellung eines neugeborenen Kindes oder Trauerriten für Witwen.
Lesen Sie hier Bericht über
togoische Theologen und eine
Auswahl von Zitaten aus dem 19. Jahrhundert.

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